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4. 11. 2010

Adreßbuch von Stralsund von 1863 online gestellt

Die Stadt Stralsund ist nach Stettin die zweite pommersche Stadt, für die Adreßbücher erschienen sind. Eines der frühen Stralsunder Adreßbücher ist der Allgemeine Wohnungsanzeiger für Stralsund und die Vorstädte für das Jahr 1863. Damals war Stralsund noch keine kreisfreie Stadt sondern gehörte zum Kreis Franzburg. Das alphabetische Namensverzeichnis aus diesem Buch hat Heide Mattischeck für unsere Datenbank abgeschrieben und wir haben dieses nun online gestellt.

Dieser Teil des Adreßbuches umfaßt 5883 Einträge mit Stralsunder Einwohnern. Da Stralsund 1871 bei genauso vielen Einwohnern wie 1863 (26700) über 6300 Haushaltungen hatte, dürfte dieses Adreßbuch von 1863 nicht vollständig sein. In den vorhandenen Einträgen enthält es wie viele andere frühe Adreßbücher noch nicht die vollständigen Vornamen, sondern nur die auf einen Buchstaben abgekürzten. Da in Stralsund 1863 die Häuser noch quartierweise nummeriert waren, sind in dem Namensverzeichnis auch keine Straßennamen sondern nur die Quartiere und die entsprechende Hausnummer genannt.

Insgesamt enthält das 1863er Adreßbuch 2460 verschiedene Nachnamen. Die häufigsten sind ganz klassisch wieder die Berufsnamen: Schmidt (86), Schultz (77), Krüger (67), Müller (58), Schröder (52), Peters (37), Fischer (33), Meyer (31), Koch (31), Wulff (29), Witt (27), Freese (24), Möller (22), Ewert (22), Schütt (21), Bartels (21), Burmeister (21), Voß (20), Scheel (20) und Wendt (20). Typische Namen sind wieder Peters, Bartels aber auch Freese, Ewert und Scheel.

Auch damals lebten die Männer nicht so lange wie die Frauen und daher finden wir im Adreßbuch wieder fast 15 % Witwen (wobei die vorhandenen Witwer nicht explizit bezeichnet wurden). 224 Frauen waren nicht verheiratet und 39 geschieden. Die häufigsten Berufe waren neben den Ruheständlern (312): Arbeitsmann (781), Kaufmann (207), Schuhmacher (198), Schiffszimmermann (124), Maurer (124), Schneider (120), Ackerbürger (120), Schiffer (119), Tischler (86), Zimmermann (113), Fischer (67), Fabrikarbeiter (62), Gastwirth (53), Lehrer (50), Näherin (47), Strandträger (34), Bäcker (33), Schlächter (31) und Maler (31). Nach den Arbeitern fallen die vielen Kaufleute auf (eigentlich nicht verwunderlich für eine Handelsstadt) und die vielen wasserbezogenen Berufe: Schiffszimmermann, Schiffer, Fischer aber auch die Strandträger, die in Stralsund ein eigenes Amt (im Sinn einer ständischen Vereinigung) hatten.

Alle diese Daten können nun dank Heide durchsucht werden -- am besten natürlich im Kontext weiterer Adreßbücher aus dieser Zeit, die folgen werden.

weitere Informationen zum Stralsunder Adreßbuch 1863

Informationen zum Adreßbuch Pommern in der Pommerndatenbank

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