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1. 6. 2009

Ältestes Adreßbuch der Stadt Anklam von 1868 online

Wir freuen uns, daß wir den 1. Jahrgang des Anklamer Adreßbuches zu unserer Datenbank Adreßbuch Pommern hinzufügen konnten. Das Buch mit dem Titel "Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- u. Geschäftshandbuch für die Stadt Anklam, deren Umgebungen und Anklamer Peenedamm. Auf das Jahr 1868." wurde aufgrund von amtlichen Quellen vom Polizeibeamten Valentin Tietz zusammengestellt. Es enthält "sämmtliche Einwohner der Stadt Anklam und Umgegend mit Ausschluß der Gewerbegehülfen und Dienstboten", die vermutlich keinen eigenen Hausstand hatten.
Da die Stadt Anklam nach der Volkszählung 1871 zusammen 2687 Haushaltungen (219 Einzel- und 2468 Familien-) hatte, kann man davon ausgehen, daß die 2744 Einträge im Namensverzeichnis des Adreßbuches wirklich alle Haushaltsvorstände darstellen (natürlich mit den unvermeidbaren Fehlern). Die Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt 11.440 Einwohner.

Im Namensverzeichnis des Buches sind von den Personen die Nachnamen, der Rufname sowie Beruf, Straße und die alte Hausnummer genannt. Bei 550 Frauen wurde auch der Geburtsname genannt, davon waren 444 Witwen, 66 unverehelicht und immerhin 24 geschieden.
Insgesamt sind 1357 verschiedene Nachnamen genannt, von denen die 20 häufigsten sind: Schmidt (42), Schultz (37), Krueger (24), Müller (23), Becker (21), Heyden (19), Peters (19), Scheel (16), Wegener (16), Krause (15), Witt (13), Henck (13), Burmeister (13), Bartelt (13), Heitmann (13), Schroeder (13), Voigt (13), Voß (13), Meyer (12), Lorenz (11). Bis auf die Allerweltsnamen sind das doch einige, die für Vorpommern typisch sind.
Die 15 häufigsten Vornamen sind: Carl (377), Friedrich (291), Johann (229), Wilhelm (204), August (114), Marie (100), Heinrich (85), Caroline (79), Wilhelmine (69), Friederike (64), Ludwig (57), Hermann (51), Christian (48), Ferdinand (43), Dorothea (39). Die Hälfte der Bewohner hatte also nur 6 verschiedene Vornamen ...
Anklam war damals zwar keine kleine Landstadt, aber eine größere Beamtenschaft oder Industrie gab es nicht, so daß die meisten Einwohner sich dem Handwerk, der Landwirtschaft oder Schifffahrt widmeten oder einfach Arbeiter waren. Die häufigsten Berufsbezeichnungen waren: Arbeiter (298), Arbeitsmann (122), Arbeiterwittwe (135), Schuhmachermeister (71), Maurer (60), Schuhmacher (58), Eigenthümer (47), Handelsmann (42), Schneider (30), Ackerbürger (29), Zimmermann (29), Schneidermeister (29), Tischlermeister (27), Schiffer (26), Händler (24), Fuhrmann (23), Matrose (22), Lehrer der Stadtschule (19), Schlächtermeister (19), Kaufmanns-Wittwe (18), Bäckermeister (17), Schiffszimmermann (16), Gastwirth (16), Böttchermeister (14),

Da das Adreßbuch Anklam 1868 im Original wohl nur noch im Heimatmuseum im Steintor in Anklam vorhanden ist, war die Bearbeitung dieses mal etwas schwieriger. Michael Garske hat uns Fotos des Buches zur Verfügung gestellt, die Thomas Schultz in den Computer eingegeben und anschließend die unsicheren Stellen sogar noch vor Ort überprüft hat. Herzlichen Dank an Thomas (besonders) und Michael für die Zeit und Mühe, die sie investiert haben!

weitere Informationen zum Adreßbuch Anklam 1868

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